Unsere Landwirtschaft auf Gut Manhagen:

Auf Manhagen betreiben wir eine »Landwirtschaft des geringsten Aufwandes«, bei der es uns nicht auf die Steigerung der Ertragsmengen, sondern auf die Senkung des Einsatzes ankommt. Folgerichtig, daß der »Auslauf« von Wiederkäuern bei uns kein werbliches Alibi, sondern als konsequente Nur-Freilandhaltung Teil des landwirtschaftlichen Konzeptes und der Fütterungsstrategie ist. Diese Haltung und der Verzicht auf Kraftfutter ist für uns eine Ersparnis und für Sie ein großer Gewinn an Fleischqualität als Ergebnis des langsamen, unforcierten Wachstums.

Die landwirtschaftlichen Flächen rund um das Gut werden zum Feld für ein ambitioniertes landwirtschaftliches Experiment: Ziel ist ein Vollbetrieb, auf dem mit hoher, geradezu gärtnerischer Intensität, aber sinkendem technischen Energieeinsatz tierische und pflanzliche Lebensmittel höchster Qualität erzeugt werden. Überall gilt: Nur mit den eigenen Ressourcen arbeiten, keine Futterimporte von außerhalb, kein Gülleexport nach draußen. Eine fein ausbalancierte Wirtschaft, in der die Stoffströme zwischen Tieren und Flächen im Gleichgewicht bleiben.  Der ersparte, Technik- und Kapitaleinsatz  ermöglicht den Ausstieg aus dem Hamsterrad ständiger Mengenexpansion und wird ihn wirtschaftlich sogar überkompensieren. Insgesamt also ein Schritt zurück zu den physischen Kreisläufen der bäuerlichen Landwirtschaft, in denen nichts verdarb (oder gar „entsorgt“ werden mußte), sondern alles wieder neuer Fruchtbarkeit diente.

Das ist sehr viel mehr und sehr viel anspruchsvoller als nur „bio“ (das sind wir auch, z.Zt. in Umstellung), aber die Qualität der Lebensmittel ist auch ungleich höher.

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Thomas Hoof zur Manhagener Landwirtschaft im Interview mit brand eins.

brand eins: Auf Ihrem Hof in Schleswig-Holstein experimentieren Sie mit Low-Input-Landwirtschaft. Was ist darunter zu verstehen?

Hoof: Erst einmal: den Faktor-Einsatz drastisch herunterzufahren: weniger Energie, weniger Technik, weniger Kraftfutter, weniger Mineraldünger, auch wenn der Output zunächst einmal darunter leidet. Etwa bei der Milchwirtschaft: Alte Rassen, ganzjährige Weidehaltung, Minimalstallbau, simple, mobile Melktechnik, Ernährung weitgehend aus dem Grundfutter, Trockenstellen im Winter, saisonale Abkalbung, das Melken gegen 1x am Tag reduzieren. Das alles senkt den Aufwand ebenso drastisch, wie es die Milch- und die Fleischqualität erhöht. Dass wir damit die Leistungszahlen avancierter Milchbetriebe nicht erreichen, ist uns egal. Der ersparte Kapital-, Technik- und Kraftfuttereinsatz und die höheren Erlöse werden den quantitativen Minderertrag wirtschaftlich überkompensieren und gleichzeitig für Strukturen sorgen, die unter allen denkbaren Umständen arbeitsfähig bleiben.

brand eins: Macht es Sie nicht stutzig, dass die traditionelle Landwirtschaft vor allem von intellektuellen Städtern wie Ihnen propagiert wird, die Landleute hingegen – also die, die’s wissen müssen – munter auf High-Tech und Hochleistung setzen?

Hoof: Es macht mich nie stutzig, wenn Hamster im Hamsterrad rennen und dabei keinen sonderlich nachdenklichen Eindruck machen. Ich mache daraus auch den Hamstern keinen Vorwurf. Aber es steigen ja viele aus, zumindest auf die Bio-Seite, wobei mir das nicht genügt und im übrigen als eine staatsbürokratisch überregulierte Veranstaltung auch herzlich unsympathisch ist.  Die heutige Landwirtschaft ist aber in der Tat ein einziger Problem-, weil Doping-Fall. Rechnet mal einmal die enormen Energieeinträge in Form von Kraftfutter, Treibstoffen, Düngemitteln und Unkrautvernichtern hinzu, dann verbraucht die Herstellung einer einzigen Nahrungskalorie mittlerweile zehn fossil gewonnene Kalorien. Der Landwirt, der Ur-Energieproduzent also, der früher mit den Früchten seiner Arbeit zehn agrarische untätige Mitbürger ernähren konnte, ernährt heute nicht einmal sich selbst. Im Krisen- oder Katastrophenfall steht diese deformierte, energetisch und monetär völlig am Tropf hängende Landwirtschaft auf einen Schlag still.

Auszug aus www.brandeins.de/archiv/2011/warenwelt/der-aus-aussteiger


Die Landwirtschaft. Ein Dopingfall.

Thomas Hoof zur Low-Input Landwirtschaft

Seit dem Erscheinen dieses Buches im Jahre 1948 sind dem Bauern viele Lorbeerkränze gewunden worden zur Feier des Umstands, daß er nicht mehr nur, wie damals, 10, sondern heute glatt 100 agrarisch untätige Mitmenschen durchfüttert. Eine geradezu phantastische Leistungssteigerung, die sich allerdings ein wenig relativiert, wenn man zum Beispiel die Bestellung eines kleinen 3-ha-Schlages mit Silomais im Jahreslauf verfolgt: […]

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Thomas Hoof „Alte Kühe braucht das Land“

Die These, daß »früher alles besser war« wird mit gleichermaßem großem Zorn sowohl vertreten als auch zurückgewiesen. Hier soll die Streitfrage an einem Gegenstand erörtert werden, den die meisten Leute nur noch aus Bilderbüchern und von Schokoladenverpackungen kennen: der Kuh. Nach der ersten Quelle hat sie notorisch Grashalm und Gänseblümchen im Maul, nach der zweiten ist sie lila. Die Frage, welche dieser beiden Illustrationen die Wirklichkeit am besten trifft, läßt sich bei einem Gang durch Feld und Au nicht mehr entscheiden, denn Kühe sieht man dort nicht mehr, statt ihrer nur noch Silomais. […]

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